Hier geht´s lang Jungs!

Zertifiziertes Guiden mit der DIMB
Als ich mich vor fast drei Jahren für die Ausbildung zum Trailscout anmeldete, war recht schnell klar, dass ich während dieser vier Tage keine weibliche Schützenhilfe bekommen würde. Na toll, dachte ich mir, eine Woche lang als einzige Frau allein unter Männern. Pumakäfig und Biergelage gepaart mit Testosteron-gesteuerten Bergaufrennen und Federwegslängenvergleichen… ich musste wohl verrückt gewesen sein, mich freiwillig darauf einzulassen und dafür auch noch Geld zu bezahlen.
Meine Sorgen erwiesen sich jedoch als unbegründet, da meine männlichen Mitstreiter durch die Bank echte Gentlemen waren. Naja, mit Ausnahme von Harald, einer unserer Ausbilder, der auf die geniale Idee kam, mich bei fingierten Guide-Veranstaltungen als weibliches Mobbing-Opfer zu benutzen – DANKE Harald ;-).

Strahlende Gesichter sind der Beweis für unseren Spaß während der Ausbildung.

Wahr ist allerdings, dass man bei der Ausbildung zum Trailscout oder Guide auch heute noch als Frau fast immer alleine unter lauter männlichen Aspiranten ist. Dadurch kommt frau zumindest in den Genuss eines Einzelzimmers.
Vier harte, intensive und erfüllte Tage meisterten wir gemeinsam. Florian Weißhäuptl, bei allen nur Floh genannt und Harald Philipp zeigten uns bei Fieselregen in der fränkischen Wildnis, wie man MTB-Gruppen führt und immer richtig agiert und reagiert. Das tolle an der Ausbildung war, dass sie sehr abwechslungsreich und praktisch orientiert war  Ob Bikecheck, Übungstour, Fahrtechnik oder Notfallmanagement: die theoretischen Einführungen waren kurz, prägnant und gingen dank der folgenden praktischen Umsetzung auch gleich in Fleisch und Blut über. Wir verstanden nun auch, warum ein frischer Erste-Hilfe-Kurs Voraussetzung für die Aushändigung des Trailscoutzertifikats war, denn im Notfall muss der Scout oder Guide die Nerven behalten und wissen, was zu tun ist – passieren kann in diesem Sport nun einmal immer etwas. Doch trotz des enormen Stoffs  hatten wir viel Spaß.
Warum habe ich diesen Kurs besucht und was nehme ich dauerhaft mit?  Alle, die den Trailscout gemacht haben, guiden in der Freizeit  aus Spaß, für ihren Verein oder wollen es beruflich nutzen. Und dies wollen wir richtig gut machen und nicht unbedarft eine Horde Wilder durch den Wald jagen. Allen war und ist nach dem Kurs noch viel mehr klar, dass Spaß beim Mountainbiken nicht alles ist. Verantwortung für die Natur und alle anderen, die sich darin bewegen, gilt es immer zu übernehmen. All diese Aspekte fanden und finden sich auch in der Ausbildung zum Trailscout. Natur- und Sozialverträglichkeit stehen ebenso auf dem Programm wie Tourvorbereitung oder Kartenkunde. Viele, die eine Trailsscoutausbildung gemacht haben, schließen den Guide an oder werden Aktive bei DIMB. Das spricht für die DIMB und die Ausbildung.Dass unter den Anwärtern immer mehr Frauen zu finden sind, kann ich nur begrüßen.

Es bleibt zu hoffen, dass der allgemeine Trend, auch mehr Frauen in die Ausbildung zieht. Schließlich: Immer mehr Frauen steigen selbst auf ein Bike und geben sich zudem mit den abgelegten Bikes anderer nicht mehr zufrieden. Sie wollen eigene hochwertige Bikes, bilden im IBC-Forum einen eigenen Thread.gründen Portale wie GIRLSRIDETOO.DE und werden selbst zum Anbieter von Kursen wie die Bergziegen.Auch die Industrie stellt sich immer mehr auf die weibliche Zielgruppe ein, entwickelt speziell auf deren Bedürfnisse und Ergonomie zugeschnittene Produkte. Last but not least werden Frauen Profis in der Welt des Handels: sei es nun Miss Lapierre , die als Außendienstlerin für die Firma Lapierre in Süddeutschland unterwegs ist oder Andrea Escher, die gemeinsam mit ihrem Mann Torsten den Laden nonplusultra in Stühlingen führt.

Zahlen, Daten und Fakten zur DIMB-Ausbildung
Nur acht Prozent der Teilnehmenden der großen DIMB-Umfrage im letzten Jahr waren Frauen. Etwa 12 Prozent der rund 670 Teilnehmenden der Guide-Ausbildung der DIMB seit 2007 sind weiblich.
Allerdings wird die Ausbildung immer attraktiver beispielsweise dadurch, dass die Kurse inzwischen in verschiedenen Bundesländern stattfinden und viele interessante Aufbaukurse wie Outdoor-Erste-Hilfe, Fahrtechnik oder NatureRide angeboten werden .
Trailscoutkurse finde 2011 in Latsch, Arco, Regen, Meierhöfen, Daun und Essen statt.
MTB-Guide-Kurse in Meierhöfen und Fischbach. Fortbildungen sind in den Bereichen Outdoor-Erste-Hilfe, Fahrtechnik, NatureRide (MTBiken mit Kindern und Jugendlichen), Freeride-Guide, Fahrtechnik-Trainer, Mehrtagestour/Alpencross und Flowguiding geplant.
Mehr Informationen unter DIMB-Ausbildung.

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