Etwas mehr Phantasie meine Herren!

Es muss schon schwierig sein, leichtverständliche Vergleiche und Possen für Beiträge von Bikezeitschriften zu finden. Daher gibt es immer wieder Anlass für die Seite Stilblüte auf diesem Blog zu schreiben. Bestes Beispiel sind die extrem wichtigen Reports über Go´s und Nogo´s eines Freeriders in der aktuellen Freeride (1/11). In dem Artikel auf Seite 95 zum Thema Reifenflicken steht die erhellende Botschaft, dass Reifenheber für Mädels erfunden wurden. Ah ja…
Ich musste unwillkürlich an ein meiner letzten Abfahrten denken, als zwei Idio… äh ich meine Jungs an einer engen Stelle mitten auf dem Trail standen und versuchten eine Reifenpanne zu beheben. Da ich mit Notubes und ohne Ersatzset unterwegs war, konnte ich den Herren leider keine Hilfe anbieten und setzte meine Abfahrt fort. Was wahre Männersolidarität ist, sah ich dann später, als einer der beiden alleine seine Tour fortsetzte und seinen Kumpel offensichtlich zurück gelassen hatte. Keinen Reifen flicken können und dann noch alleine weiter fahren…
Der Reifenheberspruch entspricht in etwa der Qualität eines anderen zum Thema Schutzbleche, den ich hier nicht wiedergeben möchte. In Sachen Technik und Style wird in dieser Szene immer wieder der Vergleich mit dem weiblichen Geschlecht bemüht, um klarzustellen, dass etwas besonders schlecht oder peinlich ist. Sind die Redakteure hier nur einfallslos? Was Frauen in der Phantasie der Redakteure offensichtlich besser können, liest man auf Seite 104, wenn das Bild von leicht geschürzten Krankenschwestern, die sich im Freeride-Office räkeln, bemüht wird.
Außer Reifenteilen und ähnliches wird sich wohl nichts auf euren Schreibtischen räkeln, Jungs! Also verlasst die Zone der klassischen Konditionierung und bringt etwas mehr Journalismus und etwas weniger Duschgeflüster.

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bikegeisterung

1 Comment

OldenBiker

Da wurde mal wahr gesprochen. Über Go oder NoGo braucht man eigentlich nicht diskutieren. Jeder soll fahren oder benutzen, was er/sie für sinnvoll hält. Das manches nicht besonders augenfreundlich ist, lässt sich dabei nicht vermeiden.

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