Deutsche Radbranche im (Elektro-) Aufwind



Manch einer benötigte ein wenig Starthilfe beim Probieren neuer Fahrformen. Foto: EreignisWerk

Die Deutschen fahren mehr Fahrrad und geben auch mehr für ein Rad aus. Dies gab der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) auf seiner jährlichen Pressekonferenz in Berlin bekannt. Der Durchschnittspreis stieg im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent auf 460 Euro (!) und dies obwohl zahlenmäßig weniger Räder 2010 produziert wurden. Dies mag einem ambitionierten Mountainbiker verwundern, der manchmal locker noch eine Null dranhängen kann. Interessant ist der Grund für diese Steigerung (!): es werden qualitativ hochwertigere Fahrräder gekauft und es steigt die Zahl der verkauften teureren Elektrorädern. 2010 wurden gut ein Drittel mehr E-Bikes in Deutschland verkauft nämlich 200.000 Stück „und dieser Trend“, so ZIV-Präsident Siegfried Neuberger, „werde auch weiter anhalten“. Durch ein positiveres Konsumklima und den politischen Rahmenbedingungen rechne man damit, dass auch 2011 die Verkaufszahlen weiter steigen und vor allem der Markt im E-Bike-Bereich weiter exponentiell wachsen wird.
Zufrieden ist die Industrie auch mit dem Vergleich der Zahlen der Fahrradproduktion in Deutschland (mit einem Wert von 306 Millionen Euro und einer Steigerung um 7,1 Prozent zum Vorjahr), mit dem Importwert der Fahrräder nach Deutschland (557 Millionen Euro) und dem Exportwert (von 352 Millionen Euro). Interessant ist auch hier, dass die Stückzahl der exportierten Räder um 5,3 Prozent zurück ging, aber sich der Wert um 20 Prozent steigerte.
Welche Fahrräder werden am meisten in Deutschland gekauft? Auch hierzu gibt es Zahlen. Mit einem Anteil von 35 Prozent liegt hier das Trekkingrad an der Spitze. Das City- oder Urbanbike folgt mit 25 Prozent. Die Mountainbikes lagen mit elf Prozent noch deutlich vor den Rennräder und Fitnessmaschinen, die mit einer stetig fallenden Tendenz nur noch auf sechs Prozent liegen. Vermutlich werden 2011 schon mehr E-Bikes verkauft, die 2010 mit fünf Prozent nur knapp hinter den Rennmaschinen liegen. „Mittelfristig kann der Anteil der E-Bikes am Gesamtfahrradmarkt in Deutschland zwischen
10 und 15 Prozent liegen, dies entspricht einer Stückzahl von 400.000 bis 600.000 Fahrzeuge“, so Siegfried Neuberger Geschäftsführer des ZIV.
Für den deutschen Fachhandel erfreulich ist die Tatsache, dass von 63 Prozent Anteil der gekauften Räder im Jahr 2008 inzwischen wieder 69 Prozent aller Fahrräder bei Ihnen gekauft werden, 25 Prozent in SB-Warenhäusern und Baumärkten und 6 Prozent bei Versendern und im Internet. Dies ist für viele Hersteller aus dem MTB-Bereich kein Trost, deren elf Prozent aus dem Gesamtmarkt sicherlich anteilig mehr Kunden an Versender und Internet verlieren.
Man schätzt im Übrigen den Bestand an Rädern in Deutschland auf 69 Millionen, also hat statistisch gesehen jeder Bürger mindestens eines und rund 17 Millionen sogar zwei Fahrräder zur Verfügung. Und Handel, Industrie, Tourismus- und Städteexperten gehen davon aus, das diese Zahlen weiter steigen.
Jüngere und Ältere nutzten auf der VeloBerlin die Chance zum Schauen und Ausprobieren. Fotos: EreignisWerk

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